Karin Schiesser

Ob Corporate Design oder Signaletik – entscheidend für die gestalterische Qualität ist es, sich von jeder Aufgabe neu inspirieren zu lassen. Die Einzigartigkeit der Situation zu erkennen und die Bedürfnisse des Kunden zu erkennen. Und für all das einen gestalterischen Ausdruck zu finden, der den Moment der Überraschung noch in sich trägt und doch für Klarheit und Orientierung sorgt.

Am Schanzengraben 15
8002 Zürich
+41 44 912 05 01
info(ät)karinschiesser.ch

Mühle Tiefenbrunnen, Zürich
Kunde: Mühle Tiefenbrunnen
Jahr: 2016
Produktion Schrift Passerelle: Neon Technik AG
Produktion Schrift Cafe: Froelich und Corbella, Metallprodukte



ETH Hönggerberg, Zürich
Kunde: ETH Zürich, Immobilien
Jahr: 2013
Zusammenarbeit: WBG, Zürich
Fotografie: Michael Egloff

Rund zwei Dutzend Baukörper umfasst der 400'000 m2 grosse Campus ETH Hönggerberg. Ohne Orientierung sind Gäste hier verloren.
Basis der neuen Signaletik ist ein sechs Stelen umfassender Übersichtsplan im Zentrum des Campus und am Ausgang der Tiefgarage. Im selben Design kennzeichnen Stelen die Haupteingänge der Gebäude. Angeleuchtet und hinterleuchtet, Tag und Nacht erkennbar und durch Ausdrucke und Screens kostengünstig zu bespielen.
Die früher identitätslosen Strassen, Wege und Plätze des Campus werden mit eleganten Stelen beschildert und nach bedeutenden Forscherinnen und Forschern der ETH Zürich benannt.
Eine Designsprache, klar und effizient, die Gebäude aus drei Ausbauetappen und 40 Jahren Bauzeit miteinander verbindet.
Wer sucht, der findet nun – die Zukunft vor Augen – Antworten in der Science City.
Stadion Letzigrund, Zürich
Kunde: Stadt Zürich, Amt für Hochbauten
Jahr: 2007
Zusammenarbeit: WBG, Zürich
Fotografie: Michael Egloff

2 Mio. Besucher pro Jahr. An 168 Veranstaltungen. Menschenmassen. Kasse suchen. Drängeln. Wo ist der Sektor? Anstehen. Ab durchs Drehkreuz.
Übersicht schaffen. Gelbe Schriftzüge. Immer sichtbar. Draussen und Drinnen. Auf blauen Stelen. Auf Sichtbeton. Als Teil einer ausgezeichneten Architektur. Und unter dem Stadiondach. D31. Sitzplatz gefunden. Warten auf den Anpfiff.
Zentrum Wallisellen
Kunde: HRS Real Estate AG, Zürich Jahr: 2010
Zusammenarbeit: WBG, Zürich
Fotografie: Daniel Sutter

Die Gemeinde Wallisellen boomt. Sie zählt mittlerweile fast ebenso viele Zupendler wie Einwohner. Kein Wunder ist die 2010 fertiggestellte Überbauung Zentrum Wallisellen direkt am Bahnhof die neue Drehscheibe der Gemeinde. Tiefgarage, Ladenpassage, Wohnungen – wo man auch ist, überall sprechen grossflächige, halbtransparente Tafeln, farbenfrohe Stelen sowie Applikationen an Sichtbetonwänden Klartext. Vor, neben, im und unter dem Gebäude.
Tiefgarage Neumarkt, St. Gallen
Kunde: Credit Suisse
Jahr: 2010

Tiefgaragen sind Reiche der Finsternis, Unorte, manchmal gar Tatorte. Da hilft zunächst: mehr Licht! Im Zuge der Renovation der Tiefgarage Neumarkt in St. Gallen entstand ein neues, buntes Lichtkonzept, das der Tiefgarage nicht nur ein heiteres Antlitz verleiht, sondern auch die leidige Suche nach dem geparkten Auto vereinfacht. Denn eine Farbe lässt sich besser merken als P1 oder P2.
Sekundarschule Dielsdorf
Kunde: Sekundarschule Dielsdorf
Jahr: 2015

Produktion: Schriftatelier Flachsmann, Buchwalder Metallbau

Wer von der Früeblistrasse kommend die Sekundarschule Dielsdorf besucht, findet auf einer einzigen Sichtachse die wichtigsten Orientierungspunkte: den Lageplan sowie gelb, orange und rot die markanten und doch filigranen Wegweiser zu den zentralen Gebäuden. Einen Schritt weiter erkennt der Besucher schon von Ferne die gross angeschriebenen Gebäude.
Alters- und Gesundheitszentrum Tägerhalde, Küsnacht
Auftrag: Kunst am Bau
Jahr: 2015

Produktion: Schriftatelier Flachsmann

Auf jedem Stockwerk eine Farbe
Auf jedem Stock andere Bilder und Sprichwörter
Abwechselnd Sprichwörter und Stiche

«Schriibe tuet bliibe» steht da in grossen Lettern geschrieben. Schreiben bleibt, der Mensch aber vergeht. Im neu erstellten Gebäude werden nackte Wände zu Spielflächen. Mal wird eine alte Lebensweisheit projiziert, mal ein alter Stich aus der Heimat. Die insgesamt 15 Sprichworte hat der pensionierte Küsnachter Lehrer und Dialektforscher Alfred Egli zusammengestellt. Alle Wände sind zudem in der jeweiligen Farbe des Stockwerks eingefärbt, grün, gelb oder blau. Die Farben stiften Wärme und Orientierung, die Stiche und Sprichworte Identifikation und ein Stück Nostalgie. Im Alter wird die Welt kleiner. Sie rückt immer mehr in den Innenraum, in den architektonischen und in den geistigen, die Erinnerung.